Warum gibt es in Israel so viele erfolgreiche Startups?

israel ecoystem

Oft wird mir diese Frage gestellt, von Politikern aus dem Ausland oder von Geschaeftsleuten. Wer schon mal in Israel gewesen ist und das Startup Ecosystem erlebt hat, ist oft ueberwaeltigt von der Anzahl an guten Ideen, tiefgehenden Technologien und dem Anspruch, sofort international mitzuspielen. Das alles hat seine Gruende, die ich hiermal kurz aufzaehlen will.

  1. Kultur: Israelis sind generell risikofreudig. Das hat sicherlich mit der Vergangenheit und den geographischen Umstaenden zu tun, aber auch mit der verbreiteten Einstellung ,einfach mal Sachen auszuprobieren und wenn es schief geht ,ist das auch nicht schlimm. Fehler werden verziehen und Kinder bekommen schon frueh viele Freiheiten. Dazu kommt die bekannte „Chuzpe“, diese Dreistigkeit und Frechheit, Regeln einfach mal zu brechen. Das alles hilft, wenn man Entreprenenuer ist.
  2. Armee: Die Armee ist sicherlich der groesste Inkubator der israelischen Tech Szene. Die besten Tech Einheiten wie 8200, Talpiot oder Mamram, koennen ihre Rekruten schon in der High-School testen und aussuchen. So bekommen sie Zugang zu den Top 1%, die dann wiederum Zugang zu cutting-edge Technologien bekommen. Noch wichtiger: Es wird schon frueh in der Armee viel Verantwortung auch auf junge Schultern verteilt. So bekommen Israelis im Alter von 20+ Jahren Managementerfahrung und muessen die groessten Tech Probleme des Landes loesen. Wenn diese Top Leute mit 23-25 aus der Armee ausscheiden, haben die ein Skillset, dass nur sehr wenige auf dieser Welt haben. So ist zum Beispiel der erste Firewall „erfunden“ worden.
  3. Ausbildung: Schon in der Schule wird viel Wert auf wissenschaftliche Faecher gelegt. Zum Beispiel hatte meine Tochter, gerade mit der 3. Klasse fertig, in diesem Jahr 3 Mathepruefungen von 1.5 Stunden. Die Unis in Israel sind Top und legen sehr viel Wert auf technische Ausbildung, wie zum Beispiel die Technion, die Hebrew University, Tel Aviv Uni oder die IDC in Herzliya.
  4. Regierung: Die israelische Regierung hat schon mit der Foerderung der lokalen Scene in den 80‘ Jahren mit dem Yozma Programm angefangen, welches die ersten 10 VCs finanziell stark unterstuetzt hat. Heute ist die „Israel Innovation Authority“ ein fester Bestandteil der Szene und foerdert Inkubatoren, Acceleratoren, Internationale R&D Zentren und auch Startups direkt. Das hat zu dem naechsten Punkt viel beigetragen.
  5. Internationale R&D Zentren: Es gibt ca. 350 davon in Israel, von Apple, Google, Microsoft etc. Hinzu SAP, bald Daimler, Bosch, Cisco, Facebook und viele mehr. Der groesste ist Intel mit 10,000 Angestellen in Israel alleine. Diese Zentren sind immer offen fuer Startups, arbeiten viel mit ihnen, kaufen viele Startups ein und geben wichtiges Feedback. Natuerlich investieren sie auch viel.
  6. Investoren: Die gibt es natuerlich auch in Israel, aber nicht so viele , wie man vielleicht denkt. Es gibt die grossen U.S. Fonds wie Battery, Bessemer, LightSpeed und Sequoia, dazu kommen noch die lokalen VCs, aber insgesamt wird viel mehr von Auslaendern investiert als von lokalen VCs. Nichtdestotrotz wurden im letzen Jahr etwas ueber $4 Milliarden investiert.
  7. Exits: Ganz wichtig auch fuer ein Ecosystem sind die Erfolgsgeschichten, die weiter anspornen und neue Angel Investoren schaffen. Da gab es in 2016 einen Wert von $10 Milliarden, allerdings den grossen Outlier von Playtika mit $4 Milliarden mitgerechnet. Aber auch in 2017 gab es den wieder mit dem Verkauf von Mobileye von $15 Milliarden.
  8. Kleiner Markt: Last but not least ist es wichtig zu erwaehnen, dass der lokale Markt einfach viel zu klein ist. Israel ist ca. so gross wie Hessen. Das heisst kein einziges Startup baut irgendetwas fuer den lokalen Markt. Alle denken global von Anfang an. Das hilft, wenn man Geld sammeln will und es zwingt die Startups, schon sehr frueh und schnell weltweit aktiv zu werden.

Oft werde ich am Ende meiner Talks noch gefragt, an was es denn in Israel fehlt oder worin Israelis nicht so gut sind. Erstens fehlt es immer noch an Kapital, daher sind die Bewertungen hier viel niedriger als in den USA. Da Israel klein ist, fehlt es auch an Top Leuten, wenn man in der Wachstumsphase ist. Es wird hier im Moment viel davon geredet, den Wechsel von der „Startup Nation“ hinzu „Scale-Up Nation“ zumachen, aber das ist noch ein weiter Weg.

Die groesste Schwaeche hier ist sicherlich, dass es oft an „soft skills“ fehlt, wie zum Beispiel Business Development, Sales oder traditionelles Marketing / Brand building. Darauf wird leider noch viel zuwenig Wert gelegt. Das ist allerdings etwas, worin die Deutschen / Europaer sehr gut sind. Eigentlich waere eine Deutsch + Israelische Ko-produktion bei einem Startup die ideale Kombination.

Liebe Gruesse,

Kevin Baxpehler

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Was der Einkauf von Mobileye fuer das Israelische Start-up Ecosystem bedeutet

Die Nachricht schickte Schockwellen durch das Israelische Ecosystem, als bekannt wurde, dass Intel $15.3 Milliarden fuer die Israelische Fahrassistenz Firma Mobileye ausgeben wird. Es wurde in den letzten 48 Stunden schon genug drueber geschrieben, warum Intel diese Entscheidung getroffen hat.

Es ist der groesste Tech Einkauf, den es je in Israel gegeben hat. In Israel wird gerade diskutiert, ob der Verkauf richtig und gut fuers Ecosystem ist oder nicht…..?

Seit Google in 2013 Waze fuer $1 Milliarde gekauft hat und Wix im gleichen Jahr an die Boerse ist, beide Firmen aber weiterhin aus Israel gefuehrt werden, gibt es in Israel den Anspruch, sich von einer „Start-up Nation“ zu „Scale-up Nation“ zu entwickeln. Will heissen….dass Gruender und VCs nicht mehr fruehzeitig verkaufen sondern versuchen, grosse, globale Firmen in Israel aufzubauen. Paradebeispiele sind Firmen wie Wix, Checkpoint und auch halt Mobileye.

Kritiker der Intel/Mobileye Transaktion werfen Mobileye vor, durch den Verkauf diese Entwicklung zu schaden. Zu einem wird das Investment System a-la VC generell kritisiert, da VCs fuer ihre LPs Erloese generieren muessen und dadurch gezwungen sind, frueher oder spaeter zu verkaufen. Zum anderen ist es fast egal, wie erfolgreich ein Israelisches Start-up werden wird…auch wenn es an die Boerse geht wie im Fall von Mobileye, wird es immer die groesseren Fische geben, die auf Einkaufstour gehen.

Aber die Kritiker liegen hier falsch. Der Verkauf an Intel wird fuer das Ecosystem viel Gutes tun. Mobileye wird naemlich in Israel bleiben. Anders als sonst muss Intel’s autonomous car unit nach Israel ziehen. In den letzten 1.5 Jahren hat sich hier eine grosse Start-up Szene im „autonomous driving“ entwickelt mit fast 500 Startups.

Es ist ausserdem ein grosser Meilenstein in der Entwicklung hin zur „Scale-up Nation“. So etwas baut man nicht in 3, 4 oder 5 Jahren auf. Es bedarf Zeit und grosse Erfolgsgeschichten wie die von Mobileye, um weitere Entrepreneurs zu motivieren auch diesen Rekordverkauf von $15.3 Milliarden zubrechen. Das Ecosystem wird dazu viel mehr Geld brauchen, im early-stage aber auch vor allem im late-stage Bereich (Finanzierungen von ueber $20-30m). Der Verkauf von Mobileye an Intel wird weitere internationale Investoren nach Israel locken. Hier gibt es schon jetzt ein Trend, der deutlich auf ein Wachstum bei late-stage Finanzierungen zeigt.

late stage financing

Dank Mobileye und Israel’s Expertise in Computer Vision, Machine Learning, Radar/Laser Technologien und Cyber Security entwickelt sich hier gerade eine der fuehrenden Szenen im autonomen Fahren.

Das haette vor 3 Jahren noch keiner geglaubt. Heute tracken Vertreter von Daimler, BMW, VW, Porsche, GM, Ford etc. regelmaessig nach Israel, um zu investieren, R&D Zentren zu eroeffnen (Daimler) oder einfach nur ueber neue Technologien zu lernen.

Ohne Mobileye waere dies so schnell nicht moeglich gewesen und der Verkauf wird diese Entwicklung nur beschleunigen.

Liebe Gruesse,

Kevin

Israel: Start-up Support vom Staat

Israel: Start-up Support vom Staat

Hallo zusammen,

Da ich sehr oft gefragt werde, wie die israelische Regierung das lokale Start-up Ecosystem foerdert, wollte ich hier mal kurz ein Beispiel zeigen.

Ich habe unten einen Aufruf der „Israeli Innovation Authority“ kopiert, bei dem die IIA ein Ausschreiben fuer 5 Innovation Labs ausruft. Das Ausschreiben unten richtet sich an internationale und lokale Unternehmen, die mindestens 100m ILS (25.4m EUR) Umsatz und mehr als 100 Angestellte haben. Es wird auch hervorgehoben, dass Firmen aus der Industrie bevorzugt werden, mit dem klaren Fokus Innovation in der Industrie 4.0 zu foerdern. Standort wird freigestellt, aber Labs, die in der Peripherie aufgemacht werden, bekommen mehr Foerderungsgelder.

Das Innovation Lab bekommt die folgende Unterstuetzung vom Staat:

  1. Technologie Infrastruktur: 33% (50% in der Peripherie) der Kosten, bis zu 2m ILS oder 4m ILS (500k EUR oder 1m EUR)
  2. Operative Kosten: 50% der jaehrlichen Kosten, bis zu 127k EUR
  3. POC (proof of concept) Kosten: 85% der POC Kosten bis zu 250k Euro. Die restlichen 15% muessen von den Investoren des Start-ups oder Dritt-parteien getragen werden.

Es gibt keine Obligation des Labs, das Geld an die IIA zurueck zuzahlen. Die Start-ups muessen im Falle von zukuenftigen Umsatz einen kleinen Teil an die IIA abfuehren. Das unten ist nur ein Beispiel. Hier gibt es noch viel mehr Ausschreibungen, von R&D Progammen mit China, Taiwan, Uruguay und vielen anderen.

Ich kenne viele Firmen, die auch direkt duch die IIA gefoerdert wurden. Die Regierung hat mit diesen Programmen einen super Weg gefunden, positiv das Eco-system zu foerdern, ohne Kontrolle auszuueben und den privaten Markt zu verschrecken.

Israel investiert heute ueber 4% des BIP in Forschung. Mehr als jedes andere OECD Land.

Liebe Gruesse aus Tel Aviv,

Kevin Baxpehler

CALL FOR PROPOSAL
The Israeli Innovation Authority („IIA„) is calling „QualifiedMultinationals and Israeli corporations to submit bid proposals to form and operate five Innovation Labs in Israel in their field of expertise and interest, with government support, under a three year franchise. The deadline for bid proposals is June 6, 2017.

Preference will be given to manufacturing corporations as part of a broad national initiative to promote adoption of advanced manufacturing technologies and to introduce innovative projects to Israel’s manufacturing industries by encouraging joint innovation of mature corporations and start ups.

Innovation Lab – an open innovation platform for cooperation between the Lab’s owner corporations and Israeli entrepreneurs and startups, in the Lab’s field of expertise and interest:

  • Scouting – the Lab will locate projects of Israeli startups to be invited to the Lab to carry out technological and business POCs for one year. The IIA must approve each selected project.
  • Ideation“ – the Lab will actively promote creation of new projects in its field of interest (through meetups, Hackathons, calls for proposals, and conferences) to be invited to the Lab, if suitable.
  • Support – to assist in conducting the POCs, the Lab will provide to the startups: (i) access to unique technological infrastructures (development, testing, manufacturing), market understanding and marketing channels, knowledge and expertise – in particular such that are not available to Israeli entrepreneurs; (ii) technological and other professional mentoring and supervision by R&D personnel of the Lab or of its owner corporations; and (iii) working space, if needed.
  • Champion“ – the Lab will appoint a Lab director who will coordinate between the owner corporations and their relevant divisions and the startups and the relevant Israeli ecosystem.
Lab’s legal structure – a Lab must be an Israeli registered entity that is either: (i) a Qualified Corporation, or (ii) is at least 30% owned by at least one Qualified Corporation (Israeli or non-Israeli). Shareholders in government-funded incubators cannot be direct or indirect shareholders in a Lab. NGOs and research institutions cannot be controlling shareholders in a Lab and cannot hold together more than 33%.

Qualified Corporations – (i) Multinationals and Israeli corporations; (ii) employing at least 100 employees; (iii) with at least NIS 100m sales last year; and (iv) owning unique technological infrastructures, knowledge or expertise, in Israel or abroad, that are currently not available to Israeli entrepreneurs.

Preference to advanced manufacturing corporations that perform physical or chemical transformation of materials or ingredients into new products by using machines, including in (but not limited to) the following fields: industry 4.0, 3D Printing, energy, motor vehicles, advanced materials, textile, wood, plastic, rubber, food and beverage, metal, construction materials, and electrical apparatus.

Lab’s location – not restricted. However, Labs that will be located in Israel’s periphery will receive greater funding for the technological infrastructure costs.

IIA Funding – will be granted in respect of the following costs:

  • Lab’s technological infrastructure – 33% of the costs (50% in Labs in the periphery); up to NIS 2M or NIS 4M funding (if the Lab accepts at least 2 or 4 projects, respectively).
  • Lab’s operating costs – 50% of the annual costs, up to NIS 500k funding per year.
  • Each POC costs – 85% of the approved POC budget, up to NIS 1M funding. The remaining 15% will be funded by the company investors or other third parties (not necessarily by the Lab).
Repayment of IIA Support – no repayment obligation for IIA funding of the Lab’s infrastructures and operating costs. The IIA funding for the POCs (plus LIBOR interest) to be repaid by the project companies (not by the Lab) through royalties on future revenues, if any.

Rights in the Developed Knowhow – notwithstanding the restrictions under the Israeli Innovation Law, the Lab and its Qualified Corporation owners will be able to receive joint ownership or a non-exclusive license in the knowhow that will be developed with the project companies in the Lab. Other than that, the project companies (but not the Lab) will be subject to restrictions under the Innovation Law.

The Tender and the Bid Proposals 

  • Franchises – the current tender is for franchises for five Labs. Each franchise period is three years (extension may be possible).
  • Qualified applicants are encouraged to apply jointly – with partners with complementary abilities and expertise.
  • Selection – The franchisees are selected by a special committee through a competitive bidding process. The criteria include: (i) the experience of the bidder and its shareholders, (ii) the expected added value of the bidder and its shareholders to the project companies; (iii) the bidder’s business plan, and (iv) general impressions of the bidder.
  • Bid proposals must meet detailed legal and business prerequisites and conditions. Bid proposals have to be submitted by the Labs, in Hebrew only. Submission deadline is June 6, 2017.

 

Israel’s Cyber Security Map

Israel’s Cyber Security Map

Hallo zusammen,

Die Freunde von Bessemer VP Israel Office, Adam Fisher und Tomer Diari, haben ihre zweite Cyber Security Startup Map veroeffentlicht. Adam ist schon seit Jahren einer der besten, vielleicht sogar der beste Investor in Israel. In dem Artikel schreiben sie, dass Cyber M&A Aktivitaeten stark zurueckgegangen sind (auf $490m in 2016), aber dafuer hat sich die Summe der Finanzierungen verdoppelt (von $294 in 2015 auf $606m in 2016).

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Wie auch in anderen Bereichen der Startupwelt in Israel ist ein weiterer Grund fuer die geringere M&A Aktivitaeten, dass Gruender nicht so frueh verkaufen und der Anstieg in late-stage Funding bestaetigt diesen Trend. Meiner Meinung nach kann ein weiterer Grund sein, dass es mittlerweile zu viele Cyber Startups in Israel gibt und desshalb Kaeufer erstmal abwarten, um zu gucken, wer da ueberlebt.

So oder so ist Israel auf dem Weg sich als einer der wichtigesten Cyber Hubs der Welt zu entwickeln. In Anbetracht fehlenden Vertrauens in die USA, Russland oder China wenn es um Cyber Security geht – kann Israel in diesem Bereich einer der wichtigsten Partner weltweit werden. Nicht umsonst findet die zweitgroesste Cyber Konferenz der Welt naechste Woche in Tel Aviv statt.

Liebe Gruesse,

Kevin Baxpehler

 

 

Los gehts, mit einem Rückblick

Los gehts, mit einem Rückblick

Hallo zusammen,

ich wuenche allen ein frohes Neues Jahr! Mit meinem ersten Post diesen Jahres werde ich erstmal das letzte Jahr ein wenig zusammenfassen.

2016 war kein schlechtes Jahr in Tech in Israel. Es gab ueber $10Bn in Exit Einnahmen, allerdings war da auch der $.4.4Bn Playtika Deal dabei, der natuerlich ein krasser Outlier ist. Zieht man den ab, gab es insgesamt weniger exits als in 2015 und der durchschnittliche Exit betrug nur $46.3m, 21% geringer als im Vorjahr, laut IVC. Ihr koennt hier auch die Praesentation runterladen, bei der es auch interessante Sektoranalysen gibt.

Aber die durchschnittilche VC-backed Exit Multiple war mit 3.32x gut und besser als der 5-Jahres Durchschnitt. Insgesamt war die durchschnittliche Exit Multiple 4.34x und damit besser als im Vorjahr. Generell sind die VCs & Analysten sehr positiv auf das neue Jahr gestimmt. Ein Grund fuer weniger Exits in diesem Jahr ist auch, dass Gruender spaeter verkaufen wollen. Das ist generell ein Trend, den man in Israel sieht und der auch durch late-stage Investoren wie TPG oder KKR unterstuetzt wird.

Hier sind die Top 10 Exits von 2016 . Was auch auffaellt ist, dass der Kaeufer des zweitgroessten Deals eine Israelische Firma ist.

Wieviel haben Startups gesammelt?

Israelische Startups hatten ein sehr gutes Jahr, genauer gesagt haben sie $4.8bn gesammelt und damit 11% mehr als im Vorjahr. Der durschnittliche Betrag, der gesammelt wurde, war $7.2m pro Runde. Allerdings gab es weniger Deals als im Vorjahr, was die These oben [Gruender verkaufen spaeter] bestaetigt. Insgesamt gab es 659 Startup Finanzierungen in 2016. 76 Deals davon waren groessere Runden von ueber $20m. Wer mehr erfahren will, kann sich beim IVC schlau machen oder bei Gil Dibner’s Report durchlesen.

Mit immer mehr internationalen Investoren, die nach Israel kommen, schrinkt der Anteil der Finanzierungen von Israelischen VCs weiter und ist mit 13% sehr niedrig. Dafuer gibt es immer mehr Geld aus China. Es haben fast alle grossen Chinesischen Internet Firmen Leute in Israel, die nach Investments und M&A Opportunities suchen, dazu kommen Versicherungen, Agri-Tech Firmen und auch der Kaeufer von der Online Gaming Firma Playtika kam aus China.

Was war sonst interessant?

Aber 2016 stand auch im Zeichen der autonomous car Industrie. So hat VW $300m in den Israelischen Uber Konkurenten Gett investiert, BMW hat eine Partnerschaft mit Mobilye und Intel ausgerufen und Daimler oeffnet ein R&D Center in Israel und wird Teil des sehr erfolgreichen Coca Cola Bridge Programms. Insider schaetzen die Anzahl an Startups, die diesen Markt verfolgen, auf mehrere Hundert. Hier eine Infographic und Artikel.

Natuerlich passiert wie immer auch viel im Medienbereich. Hearst aus den USA hat ein Venture Office in Israel aufgemacht, es gab mehrere Exits (z.B. Freed, bei dem auch die DT Capital Partners mitinvestiert waren), ProSiebenSat.1 Media hat in Wochit investiert und es gibt gleich mehrere Israelische Startups, die in Deutschland ein Buero aufgemacht haben (Dynamic Yield, Appsflyer, Minute Media). Der NMA hat mehere Startups aus Israel im Programm in Hamburg aufgenommen und es gab wie immer viel Besuch aus der Politik und der Wirtschaft.

Wie siehts mit 2017 aus?

Ich glaube, dass es mehr Exits in 2017 geben wird, getrieben vor allen Dingen von den riesigen Cash Summen, die bei den grossen Amerikanischen Internet Konzernen rumliegen, sowie kaufhungrige Asiatische Firmen. Heisse Investment Themen wie Cyber, Autonomous cars, marketing tech, health tech, VR/AR, Enterprise Software werden weiter in Israel die Schlagzeilen bestimmen, aber auch im E-commerce Bereich ist einiges los, wie ihr hier lesen koennt. Falls euch noch weitere Tech & VC Predictions interessieren, hat hier mein Freund Eze Vidra fast alle aufgezaehlt.

Ich wuenche euch allen einen super Start ins neue Jahr.

Liebe Gruesse,

Kevin Baxpehler

 

 

 

 

 

 

Top 50. Startups in Israel

Hallo zusammen,

Gestern feierte Israel seinen 68. Geburtstag und zu dem Anlass hat der Calcalist, eine führende Wirtschaftszeitung in Israel, eine Liste mit den 50 vielversprechenden Startups veröffentlicht. Die Liste wurde von lokalen VCs zusammengestellt, dass heißt sie ist nicht ganz objektiv 🙂 und die meissten Startups sind late-stage.

Foto: VCCafe
  1. Via Transportation – On-demand shared transit (Raised $137M)
  2. Ironsource – Software Discovery, Distribution and Delivery Platform (Raised $123M)
  3. Payoneer – Last mile and cross border payments in 200 countries (Raised $53M)
  4. SiSense – Business Intelligence and analytics (Raised $100M)
  5. Taboola and Outbrain – Content distribution, discovery and recommendations (Raised approx. $150M each)
  6. Zerto – Data Replication and Disaster Recovery for Virtual IT Infrastructure (Raised $110M)
  7. Fiverr – The world’s largest marketplace for digital services (Raised $53M)
  8. Perfecto – Clound based mobile app testing (Raised $90M)
  9. Optimal+ -Enterprise-wide Test Management for Semiconductor Manufacturers (Raised $72M)
  10. Valens -Transmission Chips for Ultra-High Definition (HD) Video over Copper or Fiber Cabling (Raised $40M)
  11. Cybereason – Identification of cyber attacks in real time (Raised $90M)
  12. Tabtale – Children mobile applications (Raised $14M)
  13. Playbuzz – Content creation and publisher tools (Raised $31M)
  14. NSO – Offensive cyber espionage tools for governments (Raised $130M) – 60% of the company is owned by PE fund Francisco Partners
  15. Infinidat – Information storage solutions for large enterprises (Raised $230M)
  16. Plarium – Multi player games for social networks (Raised Unknown)
  17. R2Net – Graphic visualisations for Jewellery eCommerce (Raised $25M)
  18. Pyramid Analytics – Business Intelligence for large corporates (Raised $36M)
  19. Forter – Fraud prevention in eCommerce (Raised $57M)
  20. Jfrog – Binary Repository Solution and Software Distribution Social Platform (Raised $62M)
  21. Similar Web – Traffic monitoring and analysis of web and mobile(Raised $65M)
  22. Kenshoo – Programmatic advertising in search engines and social networks (Raised $65M)
  23. Kaltura – IPTV for mobile carriers and internal video management for corporates (Raised $106M)
  24. Moovit – Mobile application for public transport information in real time (Raised $84M)
  25. MyHeritage – Family tree based social network (Raised $49M)
  26. Personetics – AI-powered Bot providing personalized banking services (Raised $18M)
  27. Ctera – Private cloud for corporates (Raised $45M)
  28. Gett – Taxi hailing and deliveries in Israel, Russia and UK (Raised $102M)
  29. Celeno – Chip for processing home media in high quality (Raised $68M)
  30. Appsflyer – Effectiveness measurement of mobile advertising campaigns (Raised $28M)
  31. Clicktale – User behaviour analysis for web services (Raised $55M)
  32. VatBox – Automated International VAT refund processing for corporations (Raised $30M)
  33. Walkme – A service for increasing user-engagement in commercial websites (Raised $43M)
  34. Fundbox – Small business loans directly from your accounting software (Raised $109M)
  35. Scio – Nano spectrometer detecting ingredients in food and meds in seconds (Raised $14M)
  36. Yotpo – Clever product reviews in eCommerce websites (Raised $29M)
  37. Zooz – Payments platform enabling merchants to route transactions to multiple payments providers (Raised $40M)
  38. Credorax – Provider of Online Payment Processing and Acquirer of Bank Services for Online Merchants (Raised $139M)
  39. Logz.io – Predictive ELK (Elasticsearch, Logstash and Kibana) log analytics cloud service (Raised $8M)
  40. Redis Labs – Enterprise-grade open source NoSQL database (Raised $27M)
  41. Lightricks – Visual processing engine for mobile platforms, creators of Facetune and Enlight (Raised $10M)
  42. Beamr – significantly reduces the bitrate of video streams while maintaining video quality (Raised $25M)
  43. Argus Cyber Security – Automotive cyber security protection, both hardware and cloud enabled (Raised $30M)
  44. Vayyar – Developing RF Based 3D Imaging Sensors (Raised $35M)
  45. Behalf – Purchase financing for small businesses (Raised $134M)
  46. BlueVine – Online Solution for Business to Streamline their Cash Flow (Raised $65M)
  47. Kaminario – Enterprise-class Flash Storage Arrays (Raised $133M)
  48. Fortscale – Autonomous, machine-learning based user behaviour analytics to detect and eliminate insider security threats (Raised $16M)
  49. Capriza – Mobile-enable critical business workflows without the need to access source code, APIs, or integration (Raised $51M)
  50. Stratoscale – Distributed Operating System for data centres (Raised $70M)

Ein paar Firmen hätte ich nicht auf der Liste, dafür dann andere, aber solche Listen haben selten viel Aussagekraft.
Liebe Grüsse

Kevin

Updates – In der Kürze liegt die Würze

Updates – In der Kürze liegt die Würze

Hallo zusammen,

Israels Cyber Industrie läuft heiß mit 430 aktiven Firmen und 18 Exits in 2015 laut IVC. Ausländische Firmen haben 40 Cyber R&D Zentren in Israel – viele wohl durch M&A Aktivitäten.

In weiteren Cyber Aktivitaeten hat Team8 $23m von AT&T, Accenture, Nokia, Mitsui, und Temasek gesammelt. Auch wieder dabei sind fruehere Investoren Cisco, Alcatel-Lucent, Bessemer Venture Partners, Marker LLC und Eric Schmidt’s Innovation Endeavors. Das freut mich besonder, die Jungs sind vielleicht die Besten Cyber Experten der Welt.

Die Cyber-Security Firma Re-Sec hat $5m von Pico Venture und Founders Group gesammelt. Die Firma will damit weiter ihr R&D entwickeln sowie den Amerikanischen Markt vordringen.

Ein verwandtes Feld ist „fraud prevention“ – also Betrugsprävention. Es sind die gleichen Tech Leute aus Einheiten wie 8200, Talpiot oder Mamram, die aus diesem Feld hervorstechen. Es ist also kein Wunder, dass immer mehr Startups aus Israel sich damit beschäftigen. Der online E-Commerce Markt wird bald auf immerhin mehrere Billiarden geschätzt. Beispiele von interessanten Firmen sind Riskified, Forter, EverCompliant oder I Am Real. Auch Klarna hat ein R&D Zentrum in Israel.

Ein grosser Exit vom Februar: Oracle kauft Ravello Systems fuer $500m. Die Firma wurde 2011 gegruendet und hat bis zum Exit $54m von NVP und Sequoia gesammelt.

Und zum Schluss noch kurz in eigener Sache: FieldIn ist ein Agriculture Startup das vor kurzem den zweiten Platz beim GMIC Tel Aviv gewonnen hat. Ich bin schon seit ein paar Jahren Mentor bei FieldIn und konnte aus erster Reihe mitansehen, wie die Gründer etwas ganz Besonderes aufgebaut haben. Das Team um Boaz Bachar hat über ein Jahr lang mit weniger als $150k ein tolles Produkt aufgebaut, welches alle Daten, die Landwirte beim anbauen  sammeln, zusammenbringt, um bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen. Erster großer Use Case ist die Schädlingsbekämpfung . Durch FieldIn wird weniger gesprüht und mehr produziert (10% mehr). Das verdient natürlich ein weiteres Investment, bei dem ich jetzt persönlich mit investiere.

Liebe Grüsse

Kevin